Der DGV geht aktuellen Problemfragen in der germanistischen Lehrerausbildung nach

Die Lehrerbildung gehört seit der Etablierung der Germanistik zu den Kernaufgaben des Fachs. Gerade in den letzten Jahren wurden erneut kritische Stimmen laut, die auf deutliche Defizite in der Organisation und Qualität der Ausbildung hinweisen. Heft 2/2012 der Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes (hrsg. von Mark-Georg Dehrmann und Jan Standke) geht der Frage nach, welchen Anforderungen und Problemen sich die germanistische Lehrerbildung aktuell zu stellen hat. In kurzen Kommentaren formulieren beteiligte Akteure prägnante Positionen zu ausgewählten Problemfragen.

Die Germanistik bezieht einen wichtigen Teil ihrer gesellschaftlichen Legitimation aus der Aufgabe, Studierende auf einen der anspruchsvollsten Berufe im Bildungssektor vorzubereiten. Verständlicherweise begleiten daher Auseinandersetzungen und Debatten um die ‚richtige‘ Organisation der Lehrerbildung die Geschichte des Fachs. Nicht zuletzt mit den Reformen der universitären und schulischen Bildung seit 2000 haben sich einschneidende Veränderungen vollzogen, die ein weiterführendes kritisches Nachdenken über die Zukunft der Lehrerbildung in der Germanistik – und damit über die Perspektiven des Fachs insgesamt – erforderlich machen. Anders als üblicherweise in den Mitteilungen wird das Thema nicht durch wissenschaftliche Aufsätze erschlossen. Vielmehr versucht das Heft, Debatten zwischen den unterschiedlichen beteiligten Instanzen zu stimulieren. Akteure aus allen Teilbereichen der Lehrerbildung kommen zu Wort. In kurzen Kommentaren formulieren sie prägnante Positionen zu ausgewählten Problemfragen der Lehrerbildung in der Germanistik, die Ansatzpunkte zur vertieften gemeinsamen Diskussion liefern sollen. Die Fragen lauten: 1. Was wäre die Germanistik ohne Lehrerbildung? 2. Welches Verhältnis sollen Fachdidaktik und Fachwissenschaft in der Lehrerbildung haben? 3. Wer soll die Fachdidaktik vertreten? 4. Erfordert das Lehramt eine Ausbildung oder ein Studium? 5. Wie sollen sich im Lehramtsstudium Sprach- und Literaturwissenschaft, Literatur- und Sprachdidaktik zueinander verhalten? 6. Soll die Mediävistik weiterhin (bzw. wieder stärker) eine Rolle im Lehramtsstudium spielen? 7. Ziel des Studiums: Bildung, Wissen oder Kompetenz? 8. Mehr oder weniger ›Schule‹ im Studium? 9. Sollen universitäre und zweite Ausbildungsphase stärker vernetzt oder stärker separiert werden? 10. Welche Modelle haben andere Länder in der Lehrerbildung? Beiträger sind: Ulf Abraham, Sabine Anselm, Theresia Bauer, Katrin Berwanger, Gisela Beste, Klaus-Michael Bogdal, Jörn Brüggemann, Christian Dawidowski, Peter Eisenberg, Marie-Theres Federhofer, Michael Felten, Peggy Fiebich, Kurt Finkenzeller, Gerhard Härle, Michael Hofmann, Julian Ingelmann, Ina Karg, Jürgen Kaube, Beate Kennedy, Ewald Kiel, Hans Peter Klein, Albert Meier, Gunnar Möhring, Burkhard Moennighoff, Christian Plien, Wolfgang Rzehak, Heike Schmoll, Jörg Schönert, Martin Swales, Ewald Terhart, Claudia Vorst, Jürgen Wertheimer, Maria Wittich, Thomas Zabka Die Beiträge von Katrin Berwanger, Klaus-Michael Bogdal und Marie-Theres Federhofer wurden dabei für den Abdruck im Heft erheblich gekürzt. Die Originalfassungen sind jedoch online zugänglich: Katrin Berwanger (Arbeitsstelle Kleine Fächer, Universität Potsdam) Impulse für die Germanistik? Lehramt und wissenschaftliche Nachwuchsausbildung in den kleinen Geisteswissenschaften Klaus-Michael Bogdal (Bielefeld) Germanistik ohne Lehrerausbildung ist möglich, aber ist sie auch sinnvoll? Marie-Theres Federhofer (Universität Tromsø, Norwegen) Lehrerausbildung in Norwegen – Professionalisierung durch Akademisierung Mark-Georg Dehrmann, Jan Standke Eine Rezension des Heftes in der FAZ finden Sie hier.

 

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