Vorankündigung und Einladung
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Deutscher Germanistentag 2001
am 30. September – 3. Oktober in Erlangen
Dies ist das Programm des letzten
Deutschen Germanistentags, Bonn 1997
in
Sprache
Autorität
Literatur
den
Neuen Medien
Rheinische Friedrich - Wilhelms - Universität Bonn
21. bis 24. September 1997
Programm
Deutscher Germanistenverband in Zusammenarbeit mit dem Germanistischen
Seminar der Universität Bonn
Das Rahmenthema lautet "Autorität". Gedacht ist sowohl an die Untersuchung
von Autorität in der Sprache, in der Literatur, in den 'neuen' Medien
als auch an die Analyse der Autorität der Sprache, der Literatur,
der 'neuen' Medien in ihrer Geltungskonkurrenz.
'Autorität' ist eine jener Kategorien, deren Untersuchung sofort
ins 'Zentrum' sozialer, kultureller Beziehungen führt. Wer spricht
wie und mit welchem Anspruch? Die Beantwortung dieser für die Kulturwissenschaften
entscheidenden Frage eröffnet stets eine Hinsicht auf 'Autorität'.
Autorität galt und gilt (?) als Bedingung der Möglichkeit, Legitimität
zu begründen, ein komplexes Gedächtnis zu sichern, Politik zu
betreiben. Und noch jede Aufklärung über Autorität setzt
(auf) die Autorität der Aufklärung, gebraucht also 'Wahrheit'
selbst als Autorität und nicht als das ihr Entgegengesetzte. Auctoritas
fecit legem, macht 'Autorität' das Gesetz? Um dieses 'Gesetz' aufzuzeichnen,
muß man bald der Schrift mächtig sein. Auctoritas als Autorschaft
und Autorität werden enggeführt, von nun an ist Autorität
an die Möglichkeiten medialer Speicherung gebunden. Korrespondiert
dem ein Autoritätsverlust der Stimme? Wie hängen Autorität
und die Beherrschung eines spezifischen Mediums zusammen?
Die Frage nach dem Bedarf, der Funktion und der Inszenierung, also der
Form von Autorität, ermöglicht einen Blickpunkt auf die Geschichte
von Kultur, ja die Geschichte der Kultur läßt sich schreiben
als die Geschichte des jeweiligen Umgangs mit 'Autorität'. Nimmt man
- und es ist unmöglich, dies nicht zu tun - Autorität in Anspruch,
so schreibt man sich in etwas Vorgängiges ein (in eine Genealogie,
in Tradition, eine bislang oder schon einmal bedeutende Nation usw.). Die
Geltung bzw. der Geltungsanspruch der eigenen Sätze werden mit dem
Deuten auf etwas Zurückliegendes begründet. Was macht das 'Vorgängige'
zur Autorität? Welche Geltung hat das Zitat, das für einen Geltungszusammenhang
steht? Warum sich auf die Kirchenväter berufen, warum auf Kant, warum
auf Brecht, warum auf Konrad Adenauer oder Kurt Schumacher? Welcher Konsensus
steuert die Wahl? Wen setzt man 'ins Wissen, ins Gedächtnis, in besondere
Fähigkeiten' ein?
In historischer Perspektive ist Autorität zunächst zu etablieren
versucht worden, indem man das Alte, den Ursprung, idealisierte. Das Alte,
die Vergangenheit galten als gleichbedeutend mit 'Autorität', und
es genügte bereits, sich auf solches Alte zu beziehen, um seiner Position
Geltung zu verschaffen. Dieses Modell trägt nicht länger, wenn
die eine Vergangenheit in konkurrierende Geschichten zerlegt wird. Nun
entstehen Traditionen, die sich in ihrem Anspruch, an das rechte und nicht
an das schlechte Alte anzuschließen, bekämpfen. Jede Bewegung
gewinnt auf diese Weise ihre eigenen Klassiker. Und jede Bewegung versucht,
die eigene Position wieder mit der 'Natur der Dinge' in Verbindung zu bringen
und das Andere als Unnatur, als nicht dazugehörend, auszuscheiden.
Dabei ist deutlich zu sehen, daß Autorität in der modernen Gesellschaft
in Anspruch zu nehmen heißt, sich einer Rhetorik der Autorität
zu bedienen. Mit einigem Recht läßt es sich daher sagen, daß
alle Versuche, Autorität zu etablieren, den rhetorischen Fundus der
Vergangenheit wiederbeleben. Sie nutzen die strukturelle Ordnung, die die
autoritätssichernden Figuren vorgeben, die Erzählungen, in denen
Autorität erst begründet wird, die Bildlichkeit, mit der Autorität
bereits erfolgreich zur Darstellung gelangte, die Mythen und Rituale, deren
Zitation die Autorität bislang verbürgte usw. Und man kann wohl
folgern, daß in diesem Lichte die Krisen von Glaubwürdigkeit
und Geltung auch Krisen einer Rhetorik darstellen, mit deren Hilfe bislang
Glaubwürdigkeit und Geltung fraglos gesichert schienen. Dies trifft
die Religion, die Kunst, die Wissenschaft, die Wirtschaft, das Recht und
insbesondere die Politik. Alle haben teil, wiederholen die grundlegenden
(literarischen) Muster, mit deren Hilfe und in denen sich ein Bezug auf
Autorität entwickeln, der eigenen Rede Legitimität verschaffen
läßt.
Dies trifft natürlich auch die Germanistik selbst. Der Aufstand
gegen die national fundierte Autorität einer "deutschen Wissenschaft"
auf dem Münchener Germanistentag von 1966 liegt bereits 30 Jahre zurück.
Inzwischen ist der versuchte Paradigmawechsel von der Autorität zur
Gegenautorität längst historisch. Das Fach hat sich in Teilfächer
aufgespalten, seine Geltungsansprüche diversifiziert und verzeitlicht.
Wie steht es heute um die Autorität des eigenen Fachs? Wie um die
Autorität seiner Gegenstände?
Der Bonner Germanistentag will es sich zur Aufgabe machen, die Bedeutung
von Autorität, soweit es im Vermögen der historischen, medialen
und kulturwissenschaftlichen Ausrichtung des Fachs liegt, zu untersuchen.
Vorgesehen sind sechs Sektionen:
-
(I) Autorität der Sprache - Autorität in der
Sprache
-
(II) Autorität der 'neuen' Medien - Autorität
in den 'neuen' Medien
-
(III) Autorität der Literatur - Autorität in
der Literatur
-
(IV) Autorität der Wissenschaften von Sprache, Medien
und Literatur, Autorität in den Wissenschaften
-
(V) Autorität in der Vermittlung von Sprache, Literatur
und 'neuen' Medien
-
(VI) Studentische Sektion
Die einzelnen Sektionen (mit Arbeitskreisen) werden von Plenarvorträgen
eingeleitet; Eröffnungsveranstaltung, Podien und Lesungen ergänzen
das Programm.
Programmübersicht
Sonntag, 21.09.1997
Eröffnungsveranstaltung (Beginn: 16.30 Uhr)
Begrüßung und Einleitung:
-
Jürgen Fohrmann, Bonn
-
Johannes Rau, Ministerpräsident des Landes NRW
-
Klaus Borchard, Rektor der Universität Bonn
Eröffnungsvortrag Adolf Muschg: Autoritär? Ultimativ!
19.00 Uhr: Empfang im Rathaus der Stadt Bonn durch Frau OB Bärbel
Dieckmann
20.30 Uhr: POP. Wort und Musik. Mit Jochen Distelmeyer und Thomas Meinecke
(Eintritt und Ort werden noch bekanntgegeben)
Montag, 22. 09. bis Mittwoch, 24. 09. 1997
Sektionen, Arbeitskreise, Podien,
Lesungen
Sektion I: Autorität der
Sprache - Autorität in der Sprache
Autorität in Verbindung mit Sprache kann auf zweierlei Weise gesehen
werden: Einerseits als Autorität "der Sprache" selbst, die uns mit
ihren Normierungen und den in den sprachlichen Ausdrücken gefestigten
Perspektiven gewissermaßen autoritär gegenübertritt. Andererseits
wird aber auch Autorität "durch Sprache" verliehen, dient Sprache
als Medium, mit dessen Hilfe Autorität, Status und Dominanz inszeniert
werden können. Beide Perspektiven sollen in dieser Sektion aufgegriffen
und in sprachhistorischer, sprachsystematischer und sprachkultureller Hinsicht
entfaltet werden.
Einzelne Fragestellungen können sich etwa auf die Institutionen
und Geltungsansprüche von Sprachnormierungen beziehen, Erscheinungs-
und Wirkungsweisen solcher Prozesse thematisieren oder sich auf den Bedarf
an "Autorität" durch Sprachnormierung und Sprachpflege richten. Spezifische
Anwendungsbereiche wie Wissenschaft und Öffentlichkeit, Politik, Medien
und Schule können auf Formen und Funktionen autoritärer Rede
und autoritärer Kommunikation untersucht werden. Nicht zuletzt wäre
auch nach Gegenbildern von sprachlicher Autorität zu fragen.
Leitung
-
Elke Hentschel (Berlin)
-
Werner Holly (Chemnitz)
-
Eva Neuland (Wuppertal)
-
Ingrid Schwarz-Linek (Schwerin)
Chairs
-
Tatjana Kirina (Moskau)
-
Dzintra Lele-Rosenthale (Riga)
Plenarvortrag
-
Walter Dieckmann (Berlin): Inszenierungen von Autorität / Kompetenz
in der Sprache der Wissenschaft (Mo, 9.00 Uhr)
Sektionsvorträge
-
Klaus-J. Mattheier (Heidelberg): "Autorität" als soziolinguistischer
Faktor bei der Herausbildung von Standardsprache in Europa (Mo, 10.00 Uhr)
-
Peter Eisenberg (Potsdam): Die Orthographiereform: Autoritär oder
Autorität? Zum Verhältnis von Usus und Norm (Mo, 11.30 Uhr)
-
Round-Table: "Sprachverfall" / "Sprachpflege" / "Sprachberatung" mit: Gerhard
Stickel (Mannheim), Gerhard Müller (Wiesbaden), Ingrid Kühn (Halle)
(Mo, 16.00 Uhr)
-
Gerd Antos (Halle): Jargon: Zur Genese von Autorität (in) der Sprache
am Beispiel von Verwaltungssprache in den neuen Ländern (Di, 10.00
Uhr)
-
Werner Holly (Chemnitz): Leitmedien (Di, 11.30 Uhr)
-
Inken Keim (Mannheim): Dominantsetzen von Perspektiven im Gespräch
(Di, 14.30 Uhr)
-
Rainer Wimmer (Trier): "Political Correctness" aus linguistischer Sicht
(Mi, 10.00 Uhr)
-
Ulla Fix (Leipzig): Beschreibungen und Deutungen des Sprachgebrauchswandels
nach 1989 vor dem Hintergrund von Autoritätswandel (Mi, 11.30 Uhr)
Arbeitskreise
-
A. Carl-Ludwig Naumann (Hannover): Was bringt und was fordert die Rechtschreibreform?
(Di, 11.30 Uhr) (zu Vortrag 2)
-
B. Hans Jürgen Bucher (Augsburg): Pressesprache (Mo, 16.00 Uhr) (zu
Vortrag 5)
-
C. Brigitta Huhnke (Hamburg): Political Correctness (Di, 14.00 Uhr) (zu
Vortrag 7)
Sektion II: Autorität der 'neuen'
Medien, Autorität in den 'neuen' Medien
Gefragt wird einmal nach den medialen und diskursiven Strategien, mit
denen jemand für sich Autorität reklamiert, mit denen Autorität
inszeniert, ausgeübt oder angezweifelt wird. Zum anderen geht es um
die Geltung der als Neue Medien bezeichneten Techniken selbst, um ihre
Effekte und Praktiken, ihre Formen und Gattungen.
Leitung
-
Hans Jürgen Bachorski (Potsdam)
-
Andreas Borrmann (Rendsbur
-
Joachim Paech (Konstanz)
-
Bernd Switalla (Bielefeld)
Chair
-
Hubert Orlowski (Poznan)
-
Joseph Gomsu (Yaoundé)
Plenarvortrag
-
Gertrud Koch (Essen): Der kinomatographische Fall der Autorität (Mo,
14.30 Uhr)
Sektionsvorträge
-
Jochen Hörisch (Mannheim): Lügen wie gedruckt: Über Wahrheit
und Lüge im intermedialen Sinne (Mo, 10.00 Uhr)
-
Rembert Hüser (Bonn): Jurassic Technology (Mo, 11.30 Uhr)
-
Joachim Paech (Konstanz): Die Wiederkehr der Schrift und des Schreibens
in den neuen Medien (Mo, 16.00 Uhr)
-
Ernest-Bernd Hess-Lüttich (Bern): Die Veränderungen der Schreibpraxis
durch die neuen Medien (Di, 10.00 Uhr)
-
Martin Warnke (Lüneburg): Digitale Schreibzeuge (Di, 11.30 Uhr)
-
Harro Segeberg (Hamburg): Faschistische Medienästhetik. Ernst Jüngers
"Der Arbeiter" und Leni Riefenstahls "Triumph des Willens" (Di, 14.30 Uhr)
-
Georg Stanitzek (Köln): Alexander Kluges Autorschaft - Literatur -
Film - Fernsehen (Mi, 10.00 Uhr)
-
Barbara Becker (Sankt Augustin): Die Inszenierung von Identität und
Authentizität in virtuellen Räumen (Mi, 11.30 Uhr)
Arbeitskreise
-
A. Jutta Wermke (Berlin): Curriculum Mediendidaktik (Hochschule) (angefragt)
(Mo, 16.00 Uhr)
-
B. Frank Schindler (Soest): Curriculum Medienerziehung (Schule) (Di, 11.30
Uhr)
-
C. Wolfgang Gast (Gießen): Medienprojekte in der Sekundarstufe (Di,
14.00 Uhr)
-
D. Matthias Bickenbach/ Nikolaus Wegmann/ Georg Stanitzek (Köln):
Literarische Autorität im Medienvergleich (Mi, 11.30 Uhr)
Sektion III: Autorität der
Literatur, Autorität in der Literatur
Die dritte Sektion ist sowohl alt- als auch neugermanistisch ausgerichtet.
Es geht um die Frage, wie sich Autorität durch Literatur bzw. im Medium
der Schrift konstituiert, wie sich literarisch fixierte Geltungsansprüche
gegenüber konkurrierenden Formen der Autoritätsbildung (z.B.
materielle und mündliche Formen der Repräsentation, religiöse
und weltliche Rituale) behaupten oder auch zurücktreten und wie sie
relativiert oder destruiert werden.
Plenarvortrag
-
Jan-Dirk Müller (München): Führung und Geleit? Zur Autorität
der Literatur und Literaturwissenschaft (Mo, 17.30 Uhr)
Die Sektion gliedert sich in drei Teilsektionen (IIIa, b,
c).
Sektion IIIa (Autor, Figur, Genealogie)
Leitung
-
Jürgen Fohrmann (Bonn)
-
Ingrid Kasten (Berlin)
Chairs
-
Jakob Hessing (Jerusalem)
-
Anil Bhatti (New Delhi)
Sektionsvorträge
-
Monika Schmitz-Emans (Bochum): Autoritätskrisen, Legitimationskrisen
und Produktionskrisen als Anlässe fiktiver Selbstbegründung von
Literatur (Mo, 10.00 Uhr)
-
Silvia Schmitz (Aachen): Die 'Autorität' des mittelalterlichen Autors
im Spannungsfeld von Literatur und Überlieferung (Mo, 11.30 Uhr)
-
Jens Haustein (Jena): Kausalität als Autorität in mittelhochdeutscher
Erzählliteratur (Mo, 16.00 Uhr)
-
Peter Uwe Hohendahl (Ithaca): Bildung als Roman - Roman als Bildung. Zur
Autorität einer literarischen Gattung (Di, 10.00 Uhr)
-
Helmut J. Schneider (Bonn): Fiktion als Herkunftsadaption. Zur ästhetischen
Substitution genealogischer Autorität als Prinzip der klassischen
Humanitätsdichtung (Di, 11.30 Uhr)
-
Michael Wetzel (Kassel): Autorität und Liebe. Vaterbilder und Tochterfrauen
im Wandel der Familienstrukturen der Goethezeit (Di, 14.30 Uhr)
-
Matthias Bickenbach (Köln): Die Autorität der literarischen Figur.
(Zu einem Konstruktionstopos literarischer Autorität) (Mi, 10.00 Uhr)
-
Heinz-Jürgen Staszak (Rostock): Die Autorität der Person. Erzähltheoretisches
zu Uwe Johnson "Jahrestage" (Mi, 11.30 Uhr)
Sektion IIIb (Kanon, Gender, Körper)
Leitung
-
Georg Behütuns (Aschaffenburg)
-
Ursula Peters (Köln)
-
Nikolaus Wegmann (Köln)
Chairs
-
Klaus L. Berghahn (Madison)
-
Jane Newman (Irvine)
Sektionsvorträge
-
Jens Pfeiffer (Berlin): Die Gewalt der Sprache und die Ohnmacht der Poesie.
Zu Heinrichs von Morungen "Ich bin iemer ander, nicht der eine" (Mo, 10.00
Uhr)
-
Ingeborg Glier (Yale): Probleme der Autorität in den Rosenplütschen
Fastnachtsspielen (Mo, 11.30 Uhr)
-
Ingrid Bennewitz (Bamberg): Kanon und Norm. Zur Konstruktion kanonischer
Strukturen in der deutschen Literatur des Mittelalters und der frühen
Neuzeit (Mo, 16.00 Uhr)
-
Sara S. Poor (Stanford): 'Gender' und die Autorität in der Konstruktion
einer schriftlichen Tradition (Di, 10.00 Uhr)
-
Carrie L. Asman (Berlin): Scham und Schmuck: Grenzen der körperlichen
Autorität (Di, 11.30 Uhr)
-
Ingeborg Harms (Bonn): Die Autorität der Schönheit und der Roman
(Di, 14.30 Uhr)
-
Rolf Grimminger (Bielefeld): Nationalsozialismus und Modernität (Mi,
10.00 Uhr)
-
Martina Wagner-Egelhaaf (Bochum): Subversive Autorität. Überlegungen
aus Anlaß von Günter Grass' Roman "Ein weites Feld" (Mi, 11.30
Uhr)
Sektion IIIc (Form, Subversion)
Leitung
-
Brigitte Krüger (Potsdam)
-
Hartmut Kugler (Erlangen)
-
Louise Raetzel (Kiel)
Chairs
-
Lydia Miklautsch (Wien)
-
Teruaki Takahashi (Tokyo)
Sektionsvorträge
-
Claudia Brinker-von-der-Heyde (Zürich): Autorität durch Autoritäten
in der Literatur des Mittelalters (Mo, 10.00 Uhr)
-
Peter Pütz (Bonn): Autorität durch Wiederholung. Von der Herrschaft
des Zitats (Mo, 11.30 Uhr)
-
Korreferat: Markus Heilmann (Tübingen): Zitierte (Ohn-)Macht. Überlegungen
zum literarischen Zitieren unter den Bedingungen der Moderne und des bildungsbürgerlichen
Diskurses (Mo, 12.00 Uhr)
-
Beate Kellner (Dresden): Strategien der Legitimierung profanen Erzählens
im Hochmittelalter (Mo, 16.00 Uhr)
-
Thomas Wägenbaur (Tübingen): Autorität der Ironie (Di, 10.00
Uhr)
-
Peter Sprengel (Berlin): Antiautoritäres Theater als Bekräftigung
von Autorität? Virtuelle Commedia dell'Arte- Auftritte im Werk C.F.
Meyers (Di, 11.30 Uhr)
-
Eva Geulen (New York): Autorität und Kontingenz der Tradition bei
Robert Walser (Di, 14.30 Uhr
-
Hans-Martin Kruckis (Bielefeld): Zur Kanonisierung komischer Autoren. Beobachtungen
an Arno Schmidt und Vertretern der "Neuen Frankfurter Schule" (Mi, 10.00
Uhr
-
Leslie Adelson (Ithaca): Gegen die Autorität des Autors: Methodologische
Überlegungen zur Funktion der türkisch-deutschen Literatur der
Gegenwart (Mi, 11.30 Uhr)
Arbeitskreise
-
A. Jürgen Brokoff (Bonn)/Christiane Wilmes (Bonn): Autorität
und Autorschaft im 19. Jahrhundert (Mo, 16.00 Uhr)
-
B. Silvia Beier (Berlin) / Christoph Parry (Vaasa): Paul Celan (Di, 11.30
Uhr)
-
C. Maria Ernst (Stade): "Die Ausgesperrten" von Elfriede Jelinek als Beitrag
zur Klärung von jugendlicher Gewalt? Untersuchungen in einer Unterrichtsreihe
in der Oberstufe (Di, 14.00 Uhr
-
D. Fritz Tangermann (Berlin): Erweiterung des Kanons durch neuere Literatur
(Mi, 11.30 Uhr)
Sektion IV: Autorität der Wissenschaften
von Sprache, Medien und Literatur, Autorität in den Wissenschaften
Die Sektion versucht einerseits, die Autorität der zunächst
philologisch orientierten und sich nun in kultur- und medienwissenschaftliche
Bereiche ausweitenden Germanistik zu beleuchten; andererseits will sie
die Entstehung und Stabilisierung von Autorität in der Wissenschaft
selbst untersuchen.
Leitung
-
Ludwig Jäger (Aachen)
-
Jörg Schönert (Hamburg)
-
Friedrich Vollhardt (Gießen)
Chairs
-
Alexander W. Belobratow (St. Petersburg)
-
Teresa Seruya (Lissabon)
Plenarvortrag
-
Friederike Hassauer (Wien): Die Matrix des Wissens. Autorität und
Geschlecht (Di, 9:00 Uhr)
Sektionsvorträge
-
Holger Dainat (Magdeburg): Gefesselt an den Siegeswagen der Naturwissenschaften.
Über die bezeichnende Macht der Geisteswissenschaften (Mo, 10.00 Uhr)
-
Joachim Gessinger (Potsdam): Orientierungen an Leitwissenschaften im 19.
Jahrhundert (Mo, 11.30 Uhr)
-
Patrick Bahners (Bonn): Die doppelte Autorität des Historikers: Poesie
und Wissen in der historischen Erzählung (Mo, 16.00 Uhr)
-
Ralf Schnell (Tokyo): Ludwig Wittgenstein und die Autorität wissenschaftlicher
Begriffsbildung (Di, 10.00 Uhr)
-
Teresa Seruya (Lissabon): Von der 'Germanischen Philologie' zur Germanistik:
Etappen der Durchsetzung des Faches an der portugiesischen Universität
(Di, 11.30 Uhr)
-
Gunter Schandera (Magdeburg): Autoritäres System - Autorität
der Wissenschaft? Bemerkungen zur Rezeptionsästhetik in der DDR (Di,
14.30 Uhr)
-
Walter Schmitz (Dresden): 'Kultur'. Zur Autorität eines Konzeptschlagwortes
in der selbstreflexiven Evolution germanistischer Literaturwissenschaft
(Mi, 10.00 Uhr)
-
Hans Lösener (Herbrechtingen): Saussure heute. Autorität oder
Herausforderung? (Mi, 11.30 Uhr)
Arbeitskreis
-
A. Alexander Kosenina (Berlin): Kritik wissenschaftlicher Autorität
in der Gelehrtensatire (mit Statements von Gunter E. Grimm und Achim Hölter
) (Mo, 16.00 Uhr)
Forum: The Next Generation. Neueste Ansichten einer künftigen
Germanistik
Leitung:
-
Holger Dainat, Magdeburg
-
Walter Erhart, Göttingen
-
Dorothee Kimmich, Freiburg
-
Gerhard Lauer, München
Statements vorgesehen, weitere Statements willkommen zu:
-
Diesseits der Medien (verantw.: G. Lauer) (Mo, 11.30 Uhr)
-
Die 452 Schlüsselqualifikationen (verantw.: W. Erhart / D. Kimmich)
(Di, 11.30 Uhr)
-
Was heißt hier Leistung? (verantw.: H. Dainat) (Mi, 11.30 Uhr)
Sektion V: Autorität in der
Vermittlung von Sprache, Literatur und 'neuen' Medien
Über Autorität von Sprache, Literatur und Medien in Vermittlungsprozessen
zu reden, bedeutet, sich grundsätzlich mit der seit der Aufklärung
in der bürgerlichen Gesellschaft herrschenden Idee und Praxis einer
intellektuellen Elite und mit der Vorstellung auseinanderzusetzen, daß
Sprache und Literatur als Kulturgüter bis heute aus der Sicht dieser
Minderheit einer professionellen Vermittlung an die Mehrheit unbedingt
bedürfen.
Dabei spielen und spielten drei Momente immer schon eine konstituierende
Rolle: das Selbstbild der Vermittler (Künstler, Wissenschaftler, Lehrer,
Kritiker), die Macht- und Autoritätspotentiale des Vermittelten (Sprache
und Literatur) und die Institutionen, Medien und Strategien der Vermittlung
(Kanon, Interpretationsrituale, Bildungsvorstellungen usw.).
Nach einer zweihundertjährigen, weitgehend durch autoritäre
Modelle geprägten Geschichte der Vermittlung und einem kurzen anti-autoritären
Zwischenspiel in den sechziger und siebziger Jahren befinden wir uns heute
an einem Punkt, an dem noch nicht entschieden ist, auf welche Weise und
mit welchem Selbstverständnis Sprache und Literatur zukünftig
vermittelt werden sollen: Eine günstige Gelegenheit für historische
Vergewisserung, Selbstreflexion und Neuorientierung.
Leitung
-
Klaus-Michael Bogdal (Duisbug)
-
Klaus Göbel (Bonn)
-
Eva Neuland (Wuppertal)
-
Jürgen Wolff (Stuttgart)
Chairs
-
Bernd Kruse (Florenz)
-
Lia Secci (Rom)
Plenarvortrag
-
Klaus-Michael Bogdal (Duisburg): Bildungsprozesse und Literatur: Subjektwerdung
in der Moderne (Mi, 9.00 Uhr)
Sektionsvorträge
-
1. Wilhelm Köller (Kassel): Zur Autorität narrativer Formen der
Sprachreflexion (Mo, 10.00 Uhr)
-
2. Clemens Kammler (Bielefeld): Dekonstruktion - Ein neues Paradigma für
die Literaturdidaktik? (Mo, 11.30 Uhr)
-
3. Helmut Lethen (Rostock): "Authentizität" als ein Problem der Autorität
(Mo, 16.00 Uhr)
-
4. Gerhard Bauer (Berlin): Die "antiautoritäre Bewegung" von 1967/68.
Verheißungen, Schwächen, Wirkungen bis heute (Di, 10.00 Uhr)
-
5. Hans Ramge (Gießen): Vom Verschwinden der Autorität des Kommentars
(Di, 11.30 Uhr)
-
6. Bernd Scheffer (München): Jenseits von Autorität: Surfen (Di,
14.30 Uhr)
-
7. Konrad Ehlich (München): Abduzierte Autorität in der Unterrichtskommunikation
(Mi, 10.00 Uhr)
-
8. Gisela Schoenthal (Freiburg): Geschlechtstypische Strategien der Konstruktion
von Autorität in Eltern-Kind-Interaktionen (Mi, 11.30 Uhr)
Arbeitskreise
-
A. Günther Einecke (Bergheim): Integrierter Grammatikunterricht? Zum
Geltungsanspruch eines sprachdidaktischen Paradigmas (Mo, 16.00 Uhr) (zu
Vortrag 1)
-
B. Maria Kublitz-Kramer (Bielefeld): Who's afraid of authority? (Di, 11.30
Uhr) (zu Vortrag 2)
-
C. Hannes Krauss (Essen): Der Autor als "moralische Instanz"? Zur Autorität
des Schriftstellers in den Nachkriegs-Deutschländern (Di, 14.00 Uhr)
(zu Vortrag 4)
-
D. Klaus Göbel (Bonn): Jugendmedienschutz - Staatliche Autorität
zwischen den Extremen ('Mutzenbacher'-Urteil und BRAVO-Indizierungen 1996)
(Mi, 11.30 Uhr) (zu Vortrag 6)
-
E. Almut Hoppe (Kiel): Geschlechtsrollendifferenzen in der Unterrichtskommunikation
(Mi, 11.30 Uhr) (zu Vortrag 7)
Sektion VI: Studentische Sektion
Im Rahmen des Themas 'Autorität' feiert die Studentische Sektion
ihre Premiere. Wir freuen uns, Euch acht Vorträge präsentieren
zu können. Neben den Referaten veranstalten wir einen Arbeitskreis
zur 'Germanautik', in dem wir gemeinsam versuchen wollen, die Situation
von Studierenden innerhalb der Disziplin zu bestimmen. Um richtig in Fahrt
zu kommen, feten wir am Sonntagabend mit dem DJs Thomas Meinecke und Jochen
Distelmeyer.
Leitung
-
André Berger (Bonn)
-
Céline Kaiser (Bonn)
-
Annina Klappert (Bonn)
Sektionsvorträge
-
1. Alexander Böhnke (Bonn): Tigersprünge der Kulturkritik (Mo,
10.00 Uhr)
-
2. Tobias Tunkel (Freiburg): Vaterwort und Vatermord. Goethe als Autor
der Autorität (Mo, 11.30 Uhr)
-
3. Volker Pantenburg (Bonn): Olympischer Kräftevergleich und Vergleichende
Literaturwissenschaft (Mo, 16.00 Uhr)
-
4. Marion Oswald (Dresden): Formen und Funktionen von Autorisationsinstanzen
im Prosaroman von 'Tristrant und Isalde' (Di, 10.00 Uhr)
-
5. Céline Kaiser (Bonn): Das lesende Hirn und sein Chef oder: Hirnforschung
und Kommunikation (Di, 11.30 Uhr)
-
6. Doris Vogel (Bonn): Remote Control - zu Mensch-Maschine-Schnittstellen
(Di, 14.30 Uhr)
-
7. Sönke Landt (Bremen): Geistige Vergiftung qua Sprache? Kritische
Anmerkungen zur antifaschistischen Sprachkritik (Mi, 10.00 Uhr)
-
8. Desirée Bourger (Göttingen): 'So hab ich mein Schwerd außgezogen
in der Schlacht vor Lützen'. Inszenierung von Autorität und ihrer
Destruktion in Andreas Gryphius' 'Horribilicribrifax' (Mi, 11.30 Uhr)
Arbeitskreis
-
A. 'Germanautik'. Zur Situierung von Studierenden innerhalb der Disziplin
(Di, 17.00 Uhr)
Podien
Podium I: Autorität, Rhetorik, Politik (Montag, 20.00
Uhr)
Teilnehmer/Innen:
-
Patrick Bahners
-
Josef Klein
-
Johano Strasser
-
Rita Süssmuth
-
Almuth Todorov
Diskussionsleitung
Podium II: Autor und Autorität (Dienstag, 20.00 Uhr)
Lars Gustafsson: FREUNDE UNTER DEN TOTEN
Einführung: Wilhelm Voßkamp, Köln (Eintritt: DM 10.00)
Podium III: Die Autorität der Antiautorität.
Die 68-er Bewegung und die politische Kultur heute (Mittwoch, 14.30 Uhr)
Teilnehmer:
-
Gert Mattenklott
-
Oskar Negt
-
Michael Rutschky
-
Klaus Scherpe
-
N.N.
Lesung
Lesung mit Sarah Kirsch und Hans-Joachim Schädlich (Dienstag, 15.30
Uhr)
Einführung: Birgit Lermen, Köln; Michael Braun, Bonn (veranstaltet
in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Haus der Sprache
und Literatur Bonn)
Kulturbörse
Ausstellungen, Selbstdarstellungen und Vorträge literarischer Gesellschaften,
wissenschaftlicher Vereinigungen und Verlage
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